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Archive für August 2009
They light the candle!
29.8.2009 by Lucas.
Nach mehreren Verschiebungen war es gestern Abend endlich so weit. Die Discovery sollte starten. Die Starts unter der Woche wollten wir aus unserem Garten verfolgen, gestern Mittag entschieden wir uns aber nach Titusville, ca. 20km westlich von der Startrampe, zu fahren.
So fuhren wir dann auch um halb acht los und kamen ohne Stau durch bis an die Straße in Titusville, die direkt am Flussufer entlangführt. Zwischen kleinen Parkplätzen, wo eine Parkgebühr von 20$ verlangt wurde, entdeckten wir eine Parkbucht, die gute Sicht auf das Kennedy Space Centre bot und nichts kosten sollte. Nach Parken und Auspacken von Stühlen, Getränken, Kameras und Ferngläsern begannen die 3 Stunden Wartezeit.
Die wurden mit Musik, Laptop, Reden und Herumlaufen verbracht. Mit der Zeit gesellten sich auch einige weitere Schaulustige zu uns. Darunter auch ein Ehepaar aus Lakeland, er hat eine Minute nach dem Start Geburtstag! In den 3 Stunden bin ich mit Ann und Andrew einmal zur Tankstelle gegangen und weil Andrew und mich dann der Hunger überfiel, sind wir noch zu McDonald’s gegangen um uns mit Burgern abzufüttern. Zurück zum Auto gingen die letzen 1 1/2 Stunden dann doch recht schnell rum.
Hinter uns stand jemand, der mit einem Bekannten telefoniert hat, der vor dem Fernseher saß. Um 23.50 Uhr kam dann die Aussage “8 minutes and 59 seconds” was für uns bedeutete: Es wird gestartet. Ab 9 Minuten vorher kann das Kontrolzentrum den Start nicht mehr abbrechen. Das Fernglas immer auf das Launchpad gerichtet, begannen dann 8 spannende Minuten. Ab 23.58 Uhr haben dann immer wieder Leute einen Countdown angezählt und mit einem Mal sprang es mir aus dem Mund:
“It’s coming, it’s coming! They light the candle”.
Mit dem Fernglas sah ich unter dem Shuttle Rauch und dann auch einen orangenen Feurerball. Langsam hob sich die Discovery in den stockdunkelen Himmel. Mit einem Mal wurde es hell und es bot sich ein atemberaubender Anblick.
Jetzt konnte man auch den Fluss sehen. Rechts auf dem Bild sieht man die Vehicle Assembly Hall, wo das Shuttle bis Anfang August für die Mission vorbereitet wurde.
So stieg die Discovery dann immer höher und schwenkte nach Norden ab und zog einen lange Rauchstreifen hinter sich her.
Nach 30-40 Sekunden kam dann auch in Titusville die Schallwelle der Explosion an. So langsam wurde das Orange dann nur noch zu einem leuchtenden weißen Punkt, der bald nur noch wie ein Starn aussah.
Nach einem Geburtstagsständchen wurden die Stühle, Kühlboxen und ähnliche Mitbringsel schnell zusammengepackt und das Auto wurde auf die Straße zurückgebracht. Da standen wir dann auch erstmal. Bis wir aus Titusville rauswaren, hat es ungefähr eine 3/4 Stunde gedauert.
So kamen wir dann um viertel vor 2 wieder in St. Cloud an. Mitgenommen habe ich die Erinnerung an ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde. Ein Space Shuttle starten zu sehen, ist etwas, das man nur schwer mit Worten beschreiben kann. Die enormen Kräfte, die da wirken, machen das zu einem unvergesslichen Erlebnis. Es war zwar schon nach 40 Sekunden vorbei, aber es waren die geilsten 40 Sekunden, die ich je erlebt habe…
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Die Discovery lässt auf sich warten
27.8.2009 by Lucas.
Ich versuche jetzt ja schon seit einigen Tagen den ein oder anderen neidisch zu machen, indem ich erzähle, dass der Start des NASA Space Shuttles Discovery kurz bevorstünde. Das tut er auch. Der erste Termin war für Dienstagmorgen um 1.36 Uhr angesetzt. Wegen eines aufgetretenen Gewitters (die Blitze konnte man bis zu uns sehen) wurde der dann aber verschoben.
Der nächste Start war für heute Morgen um 1.10 Uhr geplant, wurde aber schon am Dienstag Nachmittag verschoben. Heute Nachmittag kam raus, dass der nächste Start für Donnerstagabend um 11.59 Uhr geplant ist. Auch da werden wir dann wieder aufstehen.
Die Gründe für die Startverschiebungen sind Wetterprobleme. Außerdem steht pro Start nur ein Zeitfenster von ca. 5 Minuten zu Verfügung. Würde das Shuttle außerhalb des Zeitfensters starten, würde es in eine falsche Umlaufbahn geraten.
Für weitere Fragen steht Ihnen Ihr Astronaut oder Physiklehrer zur Verfügung…
Ich verspreche aber, dass ihr früher oder später noch Bilder eines Shuttle Starts bekommen werdet.

(c) Wikipedia
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Willkommen in der Realität
26.8.2009 by Lucas.
Die Realität sollte mich schon am Montagmorgen aus dem Bett holen. Eigentlich ging im Osceloa County am Montag schon die Schule los, ich durfte mich aber erst mal bei der Bezirksregierung und der Schule vorstellen. Dieses “Vorstellen” entpuppte sich als ein paar Papiere abgeben und sonst nichts. Bevor wir allerdings zur Bezirksregierung gefahren sind, haben wir Alex zur Schule gebracht. Das war so eine typische hard-core Amisache. Es gibt in den USA tatsächlich noch Schülerlotsen, es gibt hier aber auch Schulparkplatzrichtungsanweiser. Das sind Leute, die den herannahenden Eltern den schnellsten Weg zum Kids-Dropping zeigen sollen. Trotz Schulbussen wird hier noch ein Großteil der Kinder von den Eltern zu Schule gebracht und abgeholt. Warum auch nicht, der Liter Benzin kostet hier so um die 0.45€… Im Anschluss an die Behördengänge habe ich mir dann in Kissimmee eine Badehose, eine neue Kamera und eine Gitarre gekauft. Nach 5 musiklosen Tagen waren die ersten Akkorde doch etwas mühsam.
Nachdem ich dann am Nachmittag diverse New York Bekanntschaften abgeskyped habe und auch auf die ein oder andere Pinnwand geschrieben habe, ging es in ein nahe gelegenes Restaurant. Grund war, dass das Restaurant bei Vorlage eines Coupons (den man im Restaurant bekommt) 10% der Einnahmen an die Marchingband der High School spendet. In Amerika kann man sogar beim Essen etwas Gutes tun. Am Abend habe ich dann das erste Mal ein American Football Spiel aufmerksam verfolgt. Für Liebhaber des schnellen, europäischen Kombinationsfußballs ist es nicht gerade das Wahre. Es ging dann aber auch recht früh ins Bett, weil am nächsten Morgen um 1.36 Uhr ein Highlight des Jahres wartete. Das Space Shuttle Discovery sollte von Cape Canaveral aus starten - tat es aber nicht. Mysteriöserweise bin ich um 1.33 Uhr ganz von selbst aufgewacht und habe von der Terrasse aus Blitze aus der Richtung des Space Centres gesehen und da war klar, dass das mit dem Start nichts wird. Der nächste Start war für den nächsten Morgen um 1.10 Uhr angesetzt. Davor wartete aber der erste Tag an der St. Cloud High School auf mich.
Die Schule wird momentan umgebaut, sodass einige Klassen in Container verlegt wurden, meine aber nicht. Nach einer Stunde Wartezeit bei meinem Counsellor haben wir dann den Stundenplan zusammengestellt. Um English 3 (E3) und U.S. History (USH) kam ich nicht drum rum und in Physik hat mir die gute Dame sogar den Advanced Physics (APH) Kurs zugetraut. Dazu wurde mir dann auch Algebra II (A2) aufgedrückt. Außerdem wurden mir Teamsports (TS), Personal Fitness (PF) und Music Techniques (MT) empfohlen, was ich dann auch gewählt habe. Nachdem ich dann einen Locker bekommen habe, wurde ich von dem obligatorischen Security-Mann in seinem Golfcab (SCHS Limousine) zu meiner ersten Unterrichtsstunde gebracht. Wie der Zufall es wollte war es USH. Der recht sympathische Lehrer schien überhaupt kein Problem damit zu haben, dass der ein oder andere Schüler es sich bequem gemacht hat und die Augen langsam zufielen. Als nächstes stand PF auf dem Programm. Dort traf ich auf einen Kurs voller Muskelprotze und ganzen 3 Mädchen. PF ist sozusagen der Kurs für Leute, die etwas weniger Lust auf Schule haben (was habe ich da verloren?). Nach der Lunchbreak habe ich mich dann in Mr. Stewards MT Kurs eingefunden. Dort traf ich dann auch auf Leute, mit denen ich mir eine freundschaftliche Beziehung vorstellen könnte. In dem Kurs fanden sich auch einen Schüler aus Honduras und zwei Thailänderinnen wieder. Im ersten Englisch Unterricht wurden nur Bücher ausgeteilt, sodass ich gleich zum Mathekurs weiterspringen kann. Was ich gelernt habe? Wie man aus THE UNITED STATES OF AMERICA in 15 Schritten HOLLAND macht. Im Grunde handelte es sich um eine Übung, die trainieren sollte Anweisungen so zu befolgen wie sie gegeben sind. Danach wurde dann der Weg durch Zahlentypen, < > = Zeichen und Distributiv und Kommutativgesetze eingeschlagen.
So ging dann um 14.27 Uhr der erste Schultag für mich zu Ende. Ich denke, dass ich auf durchaus fähige Lehrer und einige nette Mitschüler getroffen bin und glaube, dass ich eine tolle Zeit an der St. Cloud Highschool verbringen werde.
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Die ersten Tage
26.8.2009 by Lucas.
So langsam komme ich jetzt in St. Cloud an.
Am Samstag ist mein Körper in Orlando gelandet und wurde dann überraschenderweise erstmal zu einem medizinischen Check gebracht, wo natürlich beste Gesundheit attestiert wurde. Am Abend des ersten Tages habe ich dann Sean und Andrew zu dessen Tennistraining begleitet. Ich war selbst überrascht, wie viele Tenniskenntnisse ich aus meinem letzten Kroatienurlaub behalten habe. Auf dem Tenniscourt bin ich dann mit der ersten nicht familiären Person bekannt gemacht worden. Andrew’s Coach. Die Trainer heißen hier alle nur “Coach”. Ich habe mich dem dann auch angeschlossen. Wie erwähnt habe auch ich den einen oder anderen Ball geschlagen, aber mir machte schon bald die enorme Hitze einen Strich durch den Plan, weiter zu spielen.
Der Abend wurde mit Reden und Billardspielen verbracht. Sean und Ann kamen auf die geniale Idee ihren Söhnen vor ein paar Jahren einen Billardtisch zu Weihnachten zu schenken. Der steht jetzt in der Eingangshalle und wenn ich nachts schlafwandeln sollte, (was ich normalerweise nicht tue!!!) muss ich aufpassen, dass ich den Tisch nicht über den Haufen renne…
Am Sonntag stieg dann die mir lang angekündigte Welcome-Party. Es wurden ein paar Nachbarn, meine Betreuerin von der Organisation und einige Freunde eingeladen, die mich kennen lernen wollten. Die Party erwies sich als nettes Zusammensitzen mit Reden und gutem Essen. Ganze 5 Stunden lang musste ich dann mal mehr mal weniger mich, Dortmund und das Ruhrgebiet beschreiben. Spätestens an diesem Nachmittag ist dann auch mein geistiges Ich in St. Cloud angekommen.
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Bite the Big Apple
24.8.2009 by Lucas.
Ja, das habe ich getan. Ich habe in den Apfel gebissen.
Am 19.8. ging es also für mich mit 20 anderen GLSlern und unserer Begleiterin Melanie nach New York. Das Ganze fing mit einem grandiosen Flug an. Ich hatte den Sitz 30C und in einem Airbus A340 ist das ein Exit-Row Sitz. Das bedeutet: maximale Beinfreiheit, sogar mehr als die Businessclass.
Nach einem sehr entspannten Flug sollte es dann direkt von Newark nach Manhattan und auf das Empire State Building gehen. Das tat es dann auch… Der Blick aus 320m Höhe auf Manhattan war trotz Nebel atemberaubend. Auch Greenwich Village mit dem Washington Square Park bei Nacht ist wundervoll.
Am nächsten Morgen sollte es dann zuerst die 5th Avenue runter zum Central Park gehen, ich habe mit 3 Jungs dann aber einen Umweg durch das Rockefeller Centre und an der Radio City Music Hall vorbei gemacht. Nach dem Mittagessen ging es dann ins Metropolitan Museum of Art. Es gab da durchaus interessannte “Kunst” und einen knapp 40° warmen Dachgarten. Den Nachmittag und Abend verbrachten wir dann am Times Square. Zuerst ging es da in den m&m Store (es gibt auch einen in Orlando) und dann zum Hard Rock Cafe für ein “early dinner”.
Als Highlight des Tages wartete dann das Broadwaymusical “SHREK”. Hier eine Quintessenz:
Plätze: Mies
Beinfreiheit: Nicht existent
Musical: Großartig (nein, ist keine Ironie)
Super Darsteller und tolle Musik. Das Musical kann ich nur weiterempfehlen. Ich höre seit Sonntag die Songs bei YouTube hoch und runter.
Den Times Square danach bei Nacht zu sehen, war unbeschreiblich. Die Kamera habe ich da kaum vermisst. Ich hätte wohl dutzende Bilder geschossen und wäre kaum dazu gekommen, dieses Spektakel auf mich wirken zu lassen.
Am letzten Manhattan-Tag ging es dann erst nach Little Italy und in die nach Fisch stinkende Chinatown. Letztere hat mich besonders enttäuscht, in San Francisco fühlte man sich wirklich wie in China. In New Yorks Chinatown gibt es ja noch nicht mal Straßenschilder auf Chinesisch.
Danach ging es zu Fuß auf die Brooklynbridge. Von dort aus gab es einen wunderbaren Blick auf die Skyline von Manhattan. Nach einer Shopping Tour am Pier 17 haben wir dann ein Boot für eine Hudson-River-Rundfahrt bestiegen. Es wurde zuerst eine Runde unter der Brooklynbridge gedreht und dann der Weg um Manhattan eingeschlagen. Vom Boot aus war der Blick auf die bekannteste und beeindruckendste Skyline der Welt noch besser. Das Boot fuhr den Hudson River hoch bis zu den Chelsea Piers, drehte dann und nahm Kurs auf die Statue Of Liberty. Eines der bekanntesten und bedeutendsten Bauwerke überhaupt von so nah zu sehen, ist unbeschreiblich. Auch in diesem Moment habe ich meine Kamera nicht vermisst. Das war ein Moment von dem ich wusste, dass ich ihn nie mehr vergessen werde.
Nach kurzem Zwischenstopp an der Wiege der Weltfinanzkriese (Wall Street) ging es dann zum Ground Zero. Auch den Tag an dem er entstand werde ich nicht vergessen. Mitlerweile wird dort am Funderment für den Freedomtower gewerkelt. Von dort aus ging es dann für ein Dinner in ein typisch amerikanisches Deli in Greenwich.
Dann, doch schneller als erwartet, war das Abenteuer Manhattan auch schon abgeschlossen. Den Abend über saßen wir dann in der Hotellobby in Newark und haben über Gott, die Welt und Amerika geredet.
Für einige ging es am nächsten Morgen schon um 6.30 Uhr zum Flughafen. Ich wurde als einer der letzten um 8.00 Uhr abgeholt. Als ich dann um kurz nach 11 Uhr die Boeing 737 nach Orlando bestiegen habe, ging das nächste Abenteuer schon los. Mehr darüber dann in den nächsten Tagen.
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Welcome everybody!
13.8.2009 by Lucas.
Herzlich willkommen auf meiner Homepage!
Hier findet ihr meinen Blog und viele Bilder von meinem Auslandsjahr in St. Cloud, Florida.
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